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Die Organe des Immunsystems

 Der Körper des Menschen ist ständig durch infektiöse Bakterien, Viren, Pilze oder andere Parasiten bedroht. Um sich dagegen wehren zu können, verfügt er über Abwehrsysteme. Man unterscheidet zwischen einer ungerichteten (unspezifischen) und einer gerichteten (spezifischen) Immunantwort. Beide Systeme sind eng miteinander verzahnt. Das Immunsystem ist in verschiedenen Organen des Körpers lokalisiert, vor allem im lymphatischen System und im Blut. Die spezifischen Zellen des Immunsystems patrouillieren ständig in den Lymph- und Blutbahnen durch den Körper.


Mandeln

Eine Gruppe von Mandeln bildet einen Abwehrring rund um die Luft- und Speisewege. Dieses Gebilde wird der lymphatische Rachenring genannt. Eine weitere Gruppe von »Mandeln«, die in die Schleimhäute der Speiseröhre eingebettet ist, fängt  Infektionserreger ab, bevor sie in den Körper eindringen können. Alle »Mandeln« sind auch dafür zuständig, Erreger, die sich bereits im Körper befinden, zu zerstören.

Lymphknoten
Von den Lymphknoten, im Volksmund auch Lymphdrüsen genannt, besitzt der menschliche Körper etwa 500 bis 1000. Ihre Größe liegt zwischen der eines Hanfkorns und der einer Bohne. Im gesunden Zustand sind Lymphknoten beim Abtasten kaum spürbar, bei Entzündungen oder Infektionen vergrößern sie sich und lassen sich leicht ertasten. Im Keimzent-rum der Lymphknoten gibt es einen reichlichen Vorrat an Lymphozyten, der bei Bedarf schnell abgerufen werden kann. Die eigentliche Körperabwehrreaktion spielt sich im Reaktionszentrum ab. Sobald die durchfließende LympheBakterien oder andere Fremdkörper enthält, die über ihre Oberflächenantigene als fremd erkannt werden, bilden die Lymphozyten spezifische Antikörper gegen diese Antigene. Andere Zellen des Immunsystems »fressen« die Erreger auf.

Thymus
Der Thymus ist ein lappiges Gewebe im Brustraum hinter dem Brustbein. In seiner Rinde sind eine Vielzahl von Lymphozyten eingelagert, die bei Bedarf schnell zur Verfügung stehen. Der Thymus wächst während der Embryonalentwicklung des Menschen und verkleinert sich dann beim Erwachsenen stetig. Chronisch auszehrende Erkrankungen führen zu einer Thymusrückbildung, akute Krankheiten zu seiner Vergrößerung.

Milz
Die Milz liegt im hinteren Bauchraum links zwischen der neunten und elften Rippe. Sie ist am Magen und an der Bauchwand befestigt. Ihre normale Größe entspricht in etwa der einer kleinen Faust. Die Milz besteht aus weichem, kaum fühlbarem Gewebe. Bei bestimmten Erkrankungen kann sie stark an-schwellen. Dann ist sie gut tastbar. Die Milz hat viele Aufgaben, die dem medizinischen Laien selten bekannt sind:


Die unspezifische Immunantwort des Körpers

Die unspezifische Immunantwort des Körpers dient der Abwehr von Bakterien und Viren, manchmal auch dem Abbau körpereigener Stoffe,  beispielsweise der Entsorgung von Resten der roten  Blutzellen. Die unspezifische Immunantwort setzt sich zusammen aus Eiweißen, Signalstoffen, aggressiven Verbindungen, Fresszellen (Phagozyten) und neutrophilen Granulozyten. Letztgenannte stellen eine Untergruppe der weißen Blutzellen (Leukozyten) dar, die im Knochenmark gebildet werden. Die Granulozyten sind nicht nur im Blut und im Gewebe aktiv, sondern auch auf den Schleimhäuten des Körpers, z.B. im Mund. Dringen Bakterien in den Körper ein, schütten die T-Zellen (T-Lymphozyten) Signalstoffe in das Blut aus, welche die Granulozyten zum Ort der Gefahr locken. Dort machen diese die Erreger unschädlich, indem sie sie »auffressen«.

  • Bildung von Lymphozyten
  • Abbau der roten Blutzellen
  • Speicherung von Blut
  • Blutbildung während der Embryonalentwicklung

Die spezifische Immunantwort

Die Fresszellen (Phagozyten) sind sehr wirksam gegen viele Bakterien. Es gibt jedoch auch solche, gegen die sie nichts ausrichten können. Auch bei den meisten Viren ist die unspezifische Abwehr des Körpers machtlos. Hier greift die spezifische Immunantwort des Körpers effektiv ein. Sie wird  aus Makrophagen, Antikörpern, Enzymen und anderen Substanzen gebildet, die in den Körperflüssigkeiten gelöst (humoral) vorliegen, sowie aus verschiedenen Typen von Lymphozyten. Aus Vorläuferzellen im Knochenmark reifen die so genannten B-Zellen (B-Lymphozyten) heran. Die T-Zellen (T-Lymphozyten) wachsen im Thymus. Bereits im embryonalen bzw. frühkindlichen Alter lernen die Zellen zwischen eigenem Gewebe und fremden »Eindringlingen« zu unterscheiden. Im Erwachsenenalter kreisen beide Typen von Lymphozyten, von der Milz und den Lymphknoten ausgehend,  im Blutgefäß – und Lymphsystem durch den Körper, bis sie entweder abgebaut werden oder ihre Aufgaben bei der Immunabwehr wahrnehmen.

Immunglobuline (Antikörper) werden von Plasmazellen (siehe Abb. S. 14-15) gebildet, die aus aktivierten (alarmierten) B-Lymphozyten hervorgehen. Wie der Schlüssel zu seinem Schloss passen sie zu den Antigenen der eindringenden Fremdstoffe,  erkennen und binden diese, damit sie dann von speziellen Fresszellen entsorgt werden können. Neben den Plasmazellen produzieren B-Lymphozyten auch Gedächtniszellen, die sich die Bauweise und Eigenart des Antigens merken und somit bei einer erneuten Attacke des gleichen Erregers sehr schnell den entsprechenden Antikörpertyp produzieren. Neben dieser humoralen Immunantwort existiert noch eine zelluläre Ergänzung der Immunantwort in Form von T-Lymphozyten. Gemeinsam mit den Makrophagen sind die T-Zellen in der Lage, bestimmte Erreger wirkungsvoll abzutöten.
 

 
 
 Aktuelle Publikation:

Strupp C. und Germing U. (2010): Die myelodysplastischen Syndrome - eine Gruppe unterschiedlicher Erkrankungen u. deren Therapiemöglichkeiten
in: Forum Sanitas, Ausgabe 1, 2010.


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